Trotz Hitzewelle: bitte nicht scheren!

Die Meteorologen sind sich einig: die erste Hitzewelle 2019 bahnt sich an und soll uns Temperaturen bis an die 40-Grad-Marke bescheren…

Nicht nur uns Menschen macht die Hitze zu schaffen, auch unseren treuen Weggefährten setzen die hohen Temperaturen mächtig zu. Als fürsorglicher Berni-Besitzer beschäftigt man sich dann immer wieder mit der Frage, wie man die heißen Sonnentage für die Hunde so angenehm wie möglich gestalten kann.

So heiß die Temperaturen auch werden mögen, bitte lasst Eure Berner auf keinen Fall scheren! Gönnt ihnen kühle Orte im Haus, kühlt sie ggf. mit feuchten (nicht nassen!) Tüchern und verkürzt/verlegt die Spaziergänge auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden.

Fachbezogene Begründungen und Informationen finden sich hierzu im nachstehenden Artikel vom Klub für Schweizer Sennenhunde (KBS):

Nicht scheren!

Als ehemaliger Hof- und Wachhund, der die Menschen bei der täglichen Arbeit draussen begleitete, brauchte der Berner Sennenhund ein pflegeleichtes Fell, das ihn vor jeglichem Witterungseinfluss schützte. Langes, schlichtes oder nur leicht gewelltes Haar mit Unterwolle ist diesbezüglich ideal. Diese urtümliche Fellstruktur gilt auch heute noch als Standard.

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, kommt manch ein Berner Sennenhunde-Besitzer auf die Idee, den Hund zu scheren, damit er nicht zu heiss hat. Doch solange es aus medizinischen Gründen nicht notwendig ist, darf ein Berner Sennenhund nicht geschoren werden.

Das Fell des Berner Sennenhundes besteht aus zwei Schichten. Das lange, glänzende Deckhaar schützt den Hund vor Kälte, Nässe, Wind, Schmutz und Sonnenstrahlen. Die weiche, flauschige Unterwolle reguliert den Wärmehaushalt. Schert man einen Berner Sennenhund, fehlt ihm der Witterungsschutz. Der Regen perlt nicht mehr am Fell ab, Nässe und Schmutz dringen in die Unterwolle. Die Sonnenstrahlen verbrennen die Hautschicht, die Kapillaren, die zu den Hautwurzeln führen, „verschmelzen“ und verhindern das Nachwachsen der Deckhaare. Das Fell des Berner Sennenhundes ähnelt danach dem eines Welpen. Diese Clipper-Alopezie ist eine dauerhafte Schädigung, die langfristige Folge davon ist büschelweiser Haarausfall.

Statt Scheren ist es sinnvoller, die lose und alte Unterwolle auszukämmen oder mit einem Blower (starker Hundeföhn) auszublasen. Es wird nur soviel Unterwolle entfernt, dass eine gesunde Luftzirkulation stattfinden kann. Mit dem regelmässigen Auskämmen wird auch das hässliche Verfilzen der Unterwolle verhindert. Wem diese Fellpflege zu anstrengend ist, kann seinen Berner Sennenhund während des Fellwechsels auch in einen Hundesalon bringen, um die lose Unterwolle professionell herauszuholen.

Quelle: Website des Klubs für Berner Sennenhunde (KBS): Posts [abgerufen am 24.06.19]