Zuchtphilosophie

Wir sind Mitglied im Schweizer Sennenhund Verein e.V. (SSV e.v.)  und damit im VDH und der FCI. Unser Zwingername „vom Hankenüll“ ist international durch die FCI geschützt.

Der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) stellt in Deutschland die größte kynologische Organisation mit einem dementsprechenden Zuchtbestand und einer der strengsten Zuchtordnungen in Europa dar. Als Züchter im VDH unterliegen wir den Statuten und Auflagen der FCI (internationaler Dachverband). Dadurch erhalten unsere Welpen Papiere, die weltweit anerkannt sind, da in allen Ländern einheitliche hohe Standards gelten.

Gesundheitliche Untersuchungen der Elterntiere, Zuchtzulassungen sowie Zwinger- und Wurfabnahmen sind durch strenge Zuchtordnungen und Auflagen geregelt.

GESUNDHEIT FIRST!

Zu den Hauptkriterien unserer Zucht zählen die Erhaltung und Förderung der Rasse – speziell im Hinblick auf Gesundheit und Langlebigkeit – und ihrer typischen Eigenschaften.

Unsere Zuchthunde sind alle auf freiwilliger Basis genomisch getestet. Dieser Test beinhaltet genomische Zuchtwerte für Langlebigkeit (Lebensdauer und Lebenserwartung sind erblich beeinflussbare Merkmale), Ellenbogen- und Hüftdysplasie, einen Pretest auf histiozytäres Sarkom (MH) sowie eine Untersuchung auf Degenerative Myelopathie.

Transparenz – der einzige Weg für eine gesunde Zukunft unserer Berner

Warum Transparenz?

Frau A. Univ. Prof. Dr. med. vet. Irene Sommerfeld-Stur erklärt sehr anschaulich, warum Transparenz in der Hundezucht so wichtig ist:

Fehlende Transparenz: Die primär stark emotional basierte Motivation zur Hundezucht führt in vielen Fällen dazu, dass Fehler des eigenen Hundes nicht nur falsch eingeschätzt werden, sondern auch verschwiegen werden. Hier spielt sehr oft auch eine vermutete oder sogar ausgesprochene Schuldzuweisung durch andere Züchter des Zuchtverbandes zu einem sozusagen schamhaften Verschweigen von Defekten in der eigenen Linie. Hier spielen aber natürlich auch finanzielle und organisatorische Überlegungen eine Rolle.

Der Züchter, der Defekte in der eigenen Linie zugibt, riskiert, dass er seine Welpen nicht verkaufen kann. Ihm wird von anderen Züchtern der Rasse oft sogar vorgeworfen, dass er die Rasse sozusagen „krank redet“ und damit auch den Welpenabsatz anderer Züchter beeinträchtigt. Die Konsequenz ist in jedem Fall eine hohe Dunkelziffer für genetische Erkrankungen in Zuchtpopulationen.

Auch wenn der Zuchtverband selber eine Politik der Offenheit betreibt (Screeninguntersuchungen vor dem Zuchteinsatz, „open registry“) wird es immer Züchter und Hundebesitzer geben, die Krankheiten ihrer Tiere verschweigen oder die nicht bereit sind, ihre Tiere einer entsprechenden Untersuchung unterziehen zu lassen. Zudem gibt es nicht für alle relevanten Erbkrankheiten etablierte Screeninguntersuchungen. In vielen Fällen ist eine Diagnose der Erkrankung auch erst im späteren Lebensalter möglich, wenn der Hund bereits ein- oder mehrmals in der Zucht eingesetzt worden ist.

Damit werden aber alle Untersuchungen über die Prävalenz von Erkrankungen in bestimmten Populationen, Heritabilitätsschätzungen, Zuchtwertschätzungen etc. unmöglich gemacht oder haben nur eine stark eingeschränkte Aussagekraft. Und damit werden auch effiziente züchterische Maßnahmen erschwert oder unmöglich gemacht.

Transparenz und offener Umgang mit Erbkrankheiten darf aber niemals verwechselt werden mit der in Züchterkreisen oft üblichen “Gerüchteküche”. Informationen über auftretende Defekte in einer Familie, einer Linie oder Rassen sollten immer nur auf eindeutig diagnostizierten und dokumentierten Fällen beruhen. Jeder nur “gerüchteweise” krank erklärte Hund, der auf der Basis eines solchen Gerüchtes züchterisch gemieden wird entspricht im diagnostischen Kontext einem falsch positiven” Befund und wirkt sich entsprechend auf die genetische Varianz der Population aus.

Transparenz, die nur von einzelnen Züchtern richtig gehandhabt wird ist ebenfalls als problematisch anzusehen. Hier besteht dann die Gefahr, dass zwar die Information über das Auftreten eines Defektes bei diesem einen Zwinger wahrgenommen und verstanden wird, gleichzeitig aber davon ausgegangen wird, dass bei allen Züchtern, die nicht über Defekte in ihrer Linie sprechen, auch tatsächlich keine Defekte vorliegen. Diese Situation entspricht dann im diagnostischen Kontext möglicherweise einem “falsch negativen” Befund. In diesem Zusammenhang lässt sich eine der Grundphilosophien evidenzbasierter Medizin auf die züchterische Praxis umformulieren:

Fehlt der Beweis eines genetischen Defektes in einer Rasse (einer Linie, einer Familie, einem Zwinger) ist das nicht als Beweis anzusehen, dass in dieser Rasse (dieser Linie, dieser Familie, diesem Zwinger) auch wirklich kein genetischer Defekt auftritt.

Oder, einfacher gesagt: Nur weil in einer Rasse nicht über genetische Defekte gesprochen wird, heißt das noch lange nicht, dass auch tatsächlich keine vorliegen.

Transparenter Umgang mit genetischen Defekten macht somit nur dann Sinn, wenn er als Grundphilosophie einer gesamten Rassezuchtordnung definiert ist und von allen Züchtern entsprechend umgesetzt wird.”

(den vollständigen Beitrag finden Sie auf der Homepage http://sommerfeld-stur.at/intro/populationen)

FORTBILDUNG

Lernen ist wie das Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück. (Benjamin Britten)

Züchter zu sein bedeutet nicht nur gesunde, schöne und wesensfeste Hunde zu verpaaren, sondern es muss in Generationen gedacht und geplant werden, da die Genetik für die Nachzucht natürlich eine entscheidende Rolle spielt. Durch Teilnahme an Weiterbildungen wie Seminaren, Vorträgen und Workshops informieren wir uns regelmäßig über den neuesten Wissensstand in der Hundezucht.

Die Erkenntnisse in der Kynologie verändern sich kontinuierlich. Daher ist es in der heutigen Zeit speziell auch in der Hundezucht unabdingbar, seine Kenntnisse und Fähigkeiten stetig gezielt aufzufrischen und zu erweitern.

Wir verfügen u.a. über die Sachkundeprüfung gem. §11 Tierschutzgesetz (Abs. 1 Nr. 3, 5, 8 a/b).